Die Route: Von Steinen nach Cogolo di Peio
„Mal schnell nach Südtirol bzw. ins Trentino“ – von wegen.
Anfang Juni 2025 machten wir uns von Steinen (Kreis Lörrach, im äußersten Südwesten der Republik) auf nach Cogolo di Peio, Italien. Wir wollten mit der Familie eine Woche Wellness- und Aktivurlaub im Trentino verbringen und freuten uns schon sehr darauf.
Das Navi zeigte an: 380 km – ein Schnäppchen, dachten wir uns. Allerdings kam uns die voraussichtliche Fahrzeit von 6 Stunden ziemlich lang vor. Egal – wir hatten ja Zeit. Vorbei an Zürich, dem Walensee bis Davos – kein Problem. Am Davoser See legten wir eine Pause ein und machten einen kleinen Spaziergang am Seeufer entlang. Ein kalter Wind wehte uns um die Nase.

Über Alpenpässe Richtung Süden
Von hier nahmen wir den ersten Pass in Angriff: Den Flüelapass. Immer höher ging es hinauf, vorbei an ersten Schneefeldern – sehr zur Freude meines Sohnes (Schneeballschlacht!) bis zu einem teilweise zugefrorenen Bergsee (2.383 m ü. M.). Wir waren beeindruckt und konnten kaum den Finger vom Auslöser der Kamera lassen.



Weiter ging es – Pass Nr. 2: Der Ofenpass (2.149 m ü. M.) im Schweizer Nationalpark. Ebenfalls mit spektakulären Aussichten. Es folgte der Umbrailpass (2.503 m ü. M.) mit dem Übergang von der Schweiz nach Italien. Hier mussten wir eine 1-stündige Zwangspause einlegen, da gerade ein Radrennen stattfand. Wir nutzten die Zeit, indem wir uns mit einem netten Engländer über seinen Lamborghini unterhielten – mein Sohn durfte sogar auf dem Fahrersitz Platz nehmen und den Motor aufheulen lassen – und um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen zwischen Schneefeldern, Bergblumen und mit einer spektakulären Aussicht. Hinter den Fahrradfahrern ging es dann wieder in endlosen Serpentinen und vorbei an tosenden Wasserfällen bergab.




Eigentlich hätte es uns für den Tag gereicht was das Befahren von wunderschönen aber zeitfressenden Alpen-Passstraßen betrifft, aber es folgte der Passo Gavia (2.621 m ü. M.) durch den Nationalpark Stilfser Joch – landschaftlich unsagbar schön, aber auch beängstigend, was die geringe Breite der Straße betrifft. Oft einspurig und ohne Leitplanken – nichts für schwache Nerven. Kurz hinter der Passhöhe begrüßte uns eine Gruppe von Steinböcken! Nur ein kleines Stück neben der Straße standen sie da – wie fürs Foto platziert.

Schließlich über den Passo Tonale (1.883 m ü. M.) und dann waren wir auch „schon“ da. Gerade noch rechtzeitig zum Abendessen. Was für eine Fahrt. Es war anstrengend, aber wunderschön. Ich habe in manchen Urlauben nicht so viele Fotos gemacht wie an diesem ersten Tag der Anreise ins Trentino.
Ankommen & Wohlfühlen im Wellnesshotel
Der Aufenthalt im Wellnesshotel in Cogolo di Peio (Kristiania Pure Nature Hotel & Spa) war sehr schön. Wir haben für uns als Familie eine Suite mit Wohnzimmer (gleichzeitig Schlafzimmer der Kinder), Elternschlafzimmer und einem neuen schönen Bad gebucht. Vor Ort gibt es einen Innenpool, Außenpool mit Whirlpool, Saunalandschaft, Fitnessraum u.v.m. Unseren Lieblingsplatz haben wir schnell gefunden: Den angenehm warmen Außen-Whirlpool mit Blick auf die umliegende Bergwelt.

Das Essen im Hotel ist vorzüglich. Das Frühstück reichlich und lecker. Die Kinder liebten vor allem die Pancakes und den Honig aus der echten Honigwabe. Nachmittags gibt es eine Suppe sowie deftige Snacks und Kuchen. Abends werden regionale Spezialitäten in 5 Gängen serviert, einmal sogar ein 7-Gänge-Gala-Dinner mit Sektempfang.
Aktivitäten im Val di Sole

Während der Woche genossen wir an einem Tag unsere Wellnessanwendungen – eine Massage für meinen Mann, ein Heubad für mich und eine spezielle Behandlung für die Kinder: „Wohlbefinden kennenlernen“ mit einer Körperpackung und Massage.
Außerdem unternahmen wir eine Family Rafting Tour – ein großer Spaß! Der Fluss Noce im Haupttal „Val di Sole“ ist einer der bekanntesten Wildwasserflüsse Europas. Wir haben unsere Tour bei Ursus Adventures gebucht. Es gibt aber auch noch weitere Anbieter.
Sehr zu empfehlen: Ein Ausflug ins Val di Non nach Fondo, um sich den Canyon Rio Sass (links im Bild) anzusehen. Eine sehr enge Schlucht mit Tropfsteinen und Gletschermühlen.
Wandern zwischen Wasserfällen und Bergseen im Nationalpark Stilfser Joch
Vor allem aber ist die Region ein Eldorado für Wanderer. Der Nationalpark Stilfser Joch bietet herrliche weitgehend naturbelassene alpine Landschaften mit spektakulären Ausblicken.
Wandertipp Nr. 1: Peio – Cascada und Lago Covel
Eine unheimlich schöne Wanderung führte uns von Peio zum Covel Wasserfall und dem gleichnamigen See. Ein Panorama wie für Götter!
Vom Wanderparkplatz oberhalb von Peio steigt der Weg sanft an, vorbei an Almwiesen und urigen Holzhütten, mit Panoramablick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berge. Am Rand eines grünen Hochtals führt der idyllische Wanderweg zum Wasserfall und dem kleinen glasklaren Bergsee, in dem sich Fische tummeln. Vom Rundweg weiter oben hat man immer wieder herrliche Ausblicke ins Tal. Die Wanderwege sind perfekt angelegt, teilweise mit Holzstegen, und nicht überlaufen.
Dauer der Wanderung: 1,5 Stunden / Distanz: 6,5 km / Höhenmeter: 350 m / Niveau: mittel





Wandertipp Nr. 2: Lago di Pian Palú
Die kleine Wanderung zum Lago di Pian Palú haben auch die Kinder (fast) ohne Murren bewältigt. Am See angekommen waren sie sehr beeindruckt von der strahlend türkisen Farbe des Wassers, dem Bergpanorama und den tollen Klettermöglichkeiten. Besonders schön im Frühling: Die vielen blühenden Wildblumen.
Ausgangspunkt für die kürzeste Variante ist der Wanderparkplatz oberhalb von Pejo und direkt unterhalb des Pian Palú Stausees. Von hier steigt der Weg relativ steil an und führt durch den Wald bis zum Staudamm. Durch ein Felsentor erreicht man das Ufer des Sees. Es gibt einen Rundweg um den See, der sicher auch lohnenswert ist.
Dauer der Wanderung: 1 Stunde / Distanz: 3 km / Höhenmeter: 160 m / Niveau: mittel






Ich denke ohne Kinder wären wir noch deutlich mehr und weiter gewandert, denn es gibt in der Region schier unendliche und wirklich lohnenswerte Möglichkeiten.
An einem Abend im Restaurant berichtete das nette Paar vom Nachbartisch ganz begeistert von einer Wanderung, die vom „Malga Mare“ (nur wenige Kilometer talaufwärts von unserem Hotel) ausging zum Lago di Careser. Es war wohl die bis dahin schönste Wanderung ihres Lebens – anspruchsvoll mit steilen Anstiegen und über Schneefelder, aber mit einem extrem tollen Bergpanorama.
Wellness- und Aktivurlaub im Trentino: Fazit
Die Region ist landschaftlich ein Traum und bietet sehr viele Möglichkeiten. Vom Wandern, Radfahren, Raften, Kanufahren, Sightseeing, Wellness bis zum leckeren Essen.
Unsere Woche im Trentino mit Wellness und verschiedenen Aktivitäten ging wie im Flug vorüber und wir traten die Heimfahrt an. Die meisten Pässe umfuhren wir aber dieses Mal.
Noch mehr Lust auf Berge, aber in Deutschland? Dann empfehlen wir dir unseren Bericht zum Berchtesgadener Land.
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Bildnachweis: ©Sybille Röder
Nützliche Infos zur Urlaubsregion Trentino
Lage
Das Trentino liegt in Norditalien, südlich von Südtirol, zwischen den Alpen und dem Gardasee, mit Trento als Provinzhauptstadt.
Tipps zur Anreise (es geht auch einfacher)
1. Anreise mit dem Auto
- Hauptachsen
- Über den Brennerpass (A13/A22): schnellste und ganzjährig zuverlässige Route.
- Über den Reschenpass: landschaftlich, mautfrei (AT), im Winter wetterabhängig.
- Alternativen
- Passo del Tonale: direkte Verbindung Lombardei ↔ Trentino.
- Hinweise
- Winter: Schneekettenpflicht möglich.
- Sommer: Staus an Wochenenden und Ferienbeginn einplanen.
2. Anreise mit der Bahn
- Zielbahnhöfe: Trient (Trento), Rovereto.
- Gute Fernverkehrsanbindung über München – Brenner – Verona.
- Ab Trient/Rovereto: Regionalbahn oder Bus in die Täler (z. B. Val di Sole, Valsugana).
3. Anreise mit dem Flugzeug
- Nächstgelegene Flughäfen:
- Verona (VRN) – ca. 1–1,5 Std. Fahrt
- Innsbruck (INN) – Brennerroute
- Mailand (MXP/LIN) – längere Weiterfahrt
- Ab Flughafen: Mietwagen oder Bahn empfohlen.
4. Beste Reisezeiten (vom Verkehr her)
- Mai–Juni & September: weniger Verkehr, viele Pässe offen.
- Juli–August: Hochsaison, mehr Staus.
- Winter: Brenner zuverlässig, Hochpässe teils gesperrt.
5. Praktische Hinweise
- In Italien Maut auf Autobahnen (Ticket-System).
- Passstraßen können kurzfristig wetterbedingt gesperrt werden.
- Für Hochpässe: Fahrzeugbreite, Bremsen und Motorleistung berücksichtigen.
Kurzfazit:
Am zuverlässigsten ist die Anreise über den Brenner. Wer Landschaft bevorzugt und Zeit hat, wählt Reschen oder Tonale. Bahn ist gut geeignet bis Trient/Rovereto, danach regional weiter.
Top-10-Sehenswürdigkeiten im Trentino
1. Dolomiti di Brenta
Die Dolomiti di Brenta gehören zu den eindrucksvollsten Gebirgsgruppen der Dolomiten und sind UNESCO-Weltnaturerbe. Charakteristisch sind die steilen, hellen Felswände, markanten Türme und tief eingeschnittenen Täler. Die Region ist besonders bei Bergwanderern, Kletterern und Klettersteiggehern beliebt, bietet aber auch zahlreiche gut ausgebaute Panoramawege.
2. Lago di Garda (Nordufer)
Das Nordufer des Lago di Garda verbindet alpine Landschaft mit mediterranem Flair. Orte wie Riva del Garda oder Torbole sind bekannt für ihre Uferpromenaden, Cafés und historischen Ortskerne. Durch die konstanten Winde ist die Region ein internationales Zentrum für Segel- und Windsport, zugleich laden Rad- und Spazierwege entlang des Sees zum entspannten Erkunden ein.
3. Castello del Buonconsiglio
Das Castello del Buonconsiglio ist die bedeutendste Burganlage des Trentino und liegt direkt am Rand der Altstadt von Trient. Über Jahrhunderte war sie der Sitz der Fürstbischöfe und spiegelt unterschiedliche Baustile vom Mittelalter bis zur Renaissance wider. Heute beherbergt die Anlage Museen, Kunstsammlungen und gut erhaltene Fresken.
4. Lago di Molveno
Der Lago di Molveno liegt auf etwa 860 Metern Höhe am Fuß der Brenta-Dolomiten und gilt als einer der saubersten Seen Italiens. Sein klares Wasser, die gepflegten Liegewiesen und der Blick auf die umliegenden Gipfel machen ihn zu einem beliebten Ziel für Familien und Naturliebhaber. Das Dorf Molveno selbst zählt zu den schönsten Orten der Region.
5. Val di Sole
Das Val di Sole ist eines der größten Täler im Trentino und bekannt für seine landschaftliche Vielfalt. Im Sommer stehen Wandern, Mountainbiken und Wildwasserrafting auf dem Programm, im Winter Wintersport in mehreren Skigebieten. Zudem bietet das Tal Zugang zu mehreren Naturparks und hochalpinen Regionen.
6. Stelvio-Nationalpark (Trentino-Anteil)
Der Nationalpark Stilfser Joch zählt zu den größten Schutzgebieten Italiens. Der Trentino-Anteil umfasst hochalpine Landschaften mit Gletschern, Almen und Bergwäldern. Der Park ist Lebensraum für Steinböcke, Hirsche, Murmeltiere und zahlreiche alpine Pflanzenarten.
7. Trento
Die Provinzhauptstadt Trento verbindet Geschichte, Kultur und modernes Stadtleben. Die Altstadt ist geprägt von Renaissancepalästen, Laubengängen und dem Dom San Vigilio. Historisch bedeutend ist Trient als Austragungsort des Konzils von Trient im 16. Jahrhundert, das europaweite kirchengeschichtliche Bedeutung hatte.
8. Cascate di Varone
Die Cascate di Varone sind eine spektakuläre Wasserfall- und Schluchtanlage nahe Riva del Garda. Über gesicherte Stege und Plattformen können Besucher die Kraft des Wassers aus nächster Nähe erleben. Besonders an warmen Tagen sorgt die feuchte, kühle Luft in der Schlucht für eine angenehme Abwechslung.
9. Lago di Tovel
Der Lago di Tovel liegt im Naturpark Adamello-Brenta und war früher als „roter See“ bekannt, da sich sein Wasser zeitweise rötlich färbte. Heute ist der See ein streng geschütztes Naturdenkmal. Ein Rundweg ermöglicht Spaziergänge mit Blick auf das klare Wasser und die umliegenden Wälder.
10. Madonna di Campiglio
Madonna di Campiglio ist ein hochgelegener Ferienort zwischen den Brenta-Dolomiten und dem Adamello-Gebiet. Der Ort ist international bekannt für Wintersport, bietet aber auch im Sommer zahlreiche Wander- und Bergtouren. Die Kombination aus alpiner Landschaft, Infrastruktur und Natur macht ihn zu einem der bekanntesten Urlaubsorte des Trentino.
Wäre das auch ein Urlaub für dich? Schreib es uns in die Kommentare.
Hallo,
der Reisebericht von Sybille über das Trentino macht mir richtig Lust, auch mal dort Station zu machen!
Viele Grüße, Rexitus
Hallo Rexitus,
das freut uns sehr! Danke für deine Rückmeldung. Folge uns gerne für weitere schöne Beiträge und Berichte.
Viele Grüße,
Sybille
Hallo Sybille,
Ein toller Bericht. Das könnte ich mir auch gut mit meinen Kindern vorstellen. Eine ideale Mischung von Wandern, Wellness und gutem Essen. Deine Detailangaben sind sehr hilfreich für die Urlaubsplanung.
Freue mich schon auf den nächsten Bericht.
Viele Grüße Birgit
Hallo Birgit,
prima. Danke für dein Feedback! Wir freuen uns natürlich wenn unsere Beiträge eine Inspirationsquelle für andere sind.
Liebe Grüße,
Sybille