Eine Schwäbin im Spreewald – ein Reisebericht

Der Spreewald gehört zu den außergewöhnlichsten Naturlandschaften Deutschlands. In diesem Reisebericht erzähle ich von meiner ersten Kajaktour durch die Fließe des Spreewaldes – inklusive Tipps zur Route und praktischen Hinweisen für Besucher.

Im August 2015 bin ich zum allerersten Mal in den Spreewald gereist. Da ich aus dem Süden Deutschlands stamme und dort auch immer noch zu Hause bin, ist der Spreewald nicht gerade um die Ecke. Ich hatte natürlich vorher von der Region gehört, mich aber nie näher damit beschäftigt.

In diesem Sommer besuchten wir die Schwiegereltern in Sachsen. Von dort ist es bis zum Spreewald nicht mehr weit. Mein Mann und ich ließen unsere Kinder für zwei Tage in ihrer Obhut und fuhren nach Lübben, dem „Tor zum Unter- und Oberspreewald“, etwa 80 Kilometer südlich von Berlin.

Dort parkten wir unser Auto und stiegen um – ins Kajak.

Wir mieteten unser Boot beim Bootsverleih Gebauer, es gibt jedoch zahlreiche Anbieter in der Region.

Mit dem Kajak durch die Wasserlandschaft

Unser Ziel war Leipe, ein kleines Dorf im Zentrum des Biosphärenreservats. Dort hatten wir für eine Nacht ein Zimmer in der Pension Spreewaldhof gebucht.

Bei unserer Planung hatten wir die Größe des Gebiets etwas unterschätzt. Zunächst paddelten wir entlang der Hauptspree. Diese erste Etappe war zwar schön, zog sich aber deutlich länger als erwartet.

Bis nach Lehde, wo sich die Hauptspree in unzählige kleine Kanäle – hier „Fließe“ genannt – verzweigt, legten wir bereits einige Kilometer im Kajak zurück. Dabei paddelten wir gegen die Strömung, die hier zum Glück nur schwach ist.

Wer sich diese längere Strecke sparen möchte, kann auch direkt in Lübbenau ein Kajak mieten.

Die Kanäle von Lehde

Als wir schließlich in Lehde ankamen, hatte sich die Mühe gelohnt.

Ich war mit eher geringen Erwartungen in den Spreewald gereist und war nun völlig begeistert. Die Flusslandschaft ist außergewöhnlich und eignet sich perfekt, um sie mit dem Kajak oder bei einer klassischen Kahnfahrt zu erkunden.

Die kleinen Kanäle, Wälder und Dörfer wirken unglaublich idyllisch.

Einkehr im Spreewald

Nach einigen Stunden auf dem Wasser waren wir müde und durstig. Deshalb legten wir bei einem Gasthof in Lehde an und machten eine Pause.

Anschließend paddelten wir weiter bis zu unserer Unterkunft, die – typisch für den Spreewald – direkt am Wasser lag.

Nach dem Check-in machten wir zunächst ein kleines Nachmittagsschläfchen, bevor wir zum Abendessen gingen.

Im Restaurant und Biergarten „Fischerstube“ werden regionale Spezialitäten serviert, darunter:

  • geräucherte Forelle
  • Spreewälder Plinsen
  • regionale Fischgerichte

Nach einem Spaziergang durchs Dorf fielen wir schließlich müde ins Bett.

Am nächsten Morgen

Am nächsten Morgen checkten wir nach dem Frühstück wieder aus und wollten eine andere Route zurücknehmen.

Wir paddelten zunächst ein Fließ Richtung Nordosten bis zum Burg-Lübbener Kanal und waren schon bald ganz allein unterwegs.

Die Fahrt durch die Auenlandschaft war besonders ruhig und eindrucksvoll. Alles um uns herum war still – nur Vogelgezwitscher und das sanfte Eintauchen der Paddel ins Wasser waren zu hören.

Ich machte unzählige Fotos, die am Ende alle ähnlich aussahen – und doch jedes für sich besonders war.

Schleusen im Spreewald

Schleuse voraus im Spreewald!

Unterwegs passiert man immer wieder kleine Schleusen.

Einige werden von Personal bedient, bei anderen muss man selbst schleusen. Für mich als Spreewald-Neuling war das eine unerwartet spannende Erfahrung.

Tipp für Kajaktouren im Spreewald

Die Entfernungen im Spreewald werden leicht unterschätzt. Das Gebiet ist sehr groß und mit dem Kajak kommt man nicht besonders schnell voran.

Deshalb empfiehlt es sich:

  • die Route nicht zu lang zu planen
  • ausreichend Zeit einzuplanen
  • genügend Wasser und Snacks mitzunehmen

Zwar gibt es im Zentrum des Spreewalds immer wieder Einkehrmöglichkeiten. Auf abgelegenen Fließen kann es jedoch vorkommen, dass man stundenlang keinem Menschen begegnet.

Fazit

Der Spreewald gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften Deutschlands.

Die Kombination aus Wasserwegen, ursprünglicher Natur und traditioneller Kultur macht die Region zu einem außergewöhnlichen Reiseziel.

Wer einmal dort war, versteht schnell, warum der Spreewald zu den bekanntesten Naturlandschaften Deutschlands zählt.


Wellnesshotels im Spreewald – unsere Empfehlungen

Für alle, die Naturerlebnis und Spa-Auszeit verbinden möchten, sind diese Hotels besonders interessant:

1. Bleiche Resort & Spa
2. Spreewald Thermenhotel
3. Seehotel Burg
4. Christinenhof & Spa
5. Landhotel Burg

Wissenswertes über den Spreewald

Landschaft und Besonderheiten

Der Spreewald ist eine einzigartige Kulturlandschaft im Bundesland Brandenburg, etwa 100 Kilometer südöstlich von Berlin.

Das Gebiet entstand nach der letzten Eiszeit, als sich die Spree in der flachen Niederungslandschaft in hunderte kleine Wasserarme verzweigte. Diese Wasserläufe werden im Spreewald „Fließe“ genannt.

Heute umfasst das Netz rund 1.000 Kilometer Wasserwege.

Seit 1991 ist der Spreewald ein UNESCO-Biosphärenreservat und zählt zu den bedeutendsten Natur- und Kulturlandschaften Deutschlands.


Geschichte der Region

Die Besiedlung des Spreewaldes reicht bis ins frühe Mittelalter zurück.

Besonders prägend war die slawische Bevölkerung der Sorben bzw. Wenden, die sich ab dem 6. Jahrhundert hier niederließ. Ihre Sprache und kulturellen Traditionen sind in der Region teilweise bis heute erhalten.

Über viele Jahrhunderte war das Leben stark vom Wasser geprägt. Viele Höfe und Dörfer waren ausschließlich über Kanäle erreichbar. Transport, Landwirtschaft und sogar der Schulweg erfolgten traditionell mit flachen Holzkähnen.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Spreewald zunehmend zu einem beliebten Ausflugsziel für Besucher aus Berlin.


Kulinarische Spezialitäten

Der Spreewald ist auch für seine regionale Küche bekannt.

Besonders berühmt sind die Spreewälder Gurken, die seit Jahrhunderten in der Region angebaut und nach traditionellen Rezepten eingelegt werden.

Weitere typische Spezialitäten sind:

  • Leinöl mit Quark und Kartoffeln
  • frischer Flussfisch
  • regionale Pfannkuchen („Plinsen“)

Eine eher ungewöhnliche Spezialität ist Gurkensofteis, das man tatsächlich nur im Spreewald findet.

Spreewälder Spezialität: Gurkensofteis!

Natur und Biosphärenreservat

Der Spreewald gehört zu den artenreichsten Feuchtgebieten Mitteleuropas.

Das Biosphärenreservat umfasst rund 475 Quadratkilometer und schützt zahlreiche Lebensräume:

  • Auen- und Erlenwälder
  • Feuchtwiesen und Moore
  • Fließgewässer und Teiche

Hier leben unter anderem:

  • Fischotter
  • Eisvögel
  • verschiedene Kranicharten

Gleichzeitig wird die Landschaft weiterhin traditionell bewirtschaftet.


Anreise

Mit dem Auto

Der Spreewald ist über mehrere Autobahnen erreichbar:

  • A13 (Berlin – Dresden)
  • A15 (Cottbus – Polen)

Beliebte Ausgangsorte für Besucher sind:

  • Lübbenau
  • Burg (Spreewald)
  • Lübben

Mit der Bahn

Von Berlin bestehen direkte Regionalverbindungen nach Lübben und Lübbenau. Die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde.

Unterwegs im Spreewald

Viele Bereiche des Spreewaldes sind autofrei oder nur eingeschränkt befahrbar.

Typische Fortbewegungsmittel sind:

  • Kähne
  • Kanus oder Kajaks
  • Fahrräder
  • Wanderwege

Beste Reisezeit

Der Spreewald ist grundsätzlich ganzjährig ein interessantes Reiseziel.

Besonders beliebt ist die Zeit von Mai bis September, wenn die Fließe gut befahrbar sind.

Auch der Herbst gilt als reizvolle Reisezeit, da sich die Auenlandschaft dann in warme Farben verwandelt.


Für wen eignet sich der Spreewald?

Der Spreewald ist besonders geeignet für:

  • Natur- und Aktivurlaub
  • Kurztrips ab Berlin
  • kulinarische Reisen
  • Rad- und Kanutouren

Die Verbindung aus Wasserlandschaft, regionaler Kultur und guter Erreichbarkeit macht den Spreewald zu einem der charakteristischsten Reisegebiete Deutschlands.

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Bildnachweis: ©Private Fotos von Sybille Röder


Warst du schon einmal im Spreewald und wie fandest du es dort? Erzähle uns gerne davon in einem Kommentar!

5 Gedanken zu „Eine Schwäbin im Spreewald – ein Reisebericht“

  1. Oh, der Spreewald! In meiner Jugend habe ich über 100 Kilometer des einzigartigen Spreewalds per Faltboot erkundet. Dort gibt es viel zu entdecken – Idylle pur! Unbedingt paddeln – es lohnt sich!

    Antworten
  2. Der Spreewald ist immer eine Reise wert.
    Es ist wie ein Eintauchen in eine völlig andere Welt.
    Und dabei die Stille und die Ruhe zu genießen –
    das viele Wasser ist einfach sehr, sehr erholsam.

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